Amazonas Schifffahrt Titelbild

Kreuzfahrt mal anders | Mit dem Frachter über den Amazonas

Größter Urwald. Wasserreichster Fluss. Höchste Biodiversität. Der Amazonas und der umliegende Dschungel sind wirklich ein ganz einmaliger Lebensraum. Für Tiere wie Menschen. Und für uns sowieso. Der ideale Ort für eine Kreuzfahrt der anderen Art – mit dem Frachtschiff über den Amazonas.

Wir wollten in diese fremde Welt eintauchen. Und das am liebsten ohne teures Dschungelabenteuer für Gringos. Also warum nicht mit einem lokalen Frachter über den Fluss schippern. Über Ländergrenzen hinweg. Vorbei an den Tiefen des Urwalds, gemeinsam mit Einheimischen für ein paar Tage tief versunken im Amazonas-Regenwald. 


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Optionen | Tipps & TricksErfahrung



Der Amazonas stand von Beginn an weit oben auf unserer Bucketliste für die Weltreise. Die Amazonasschifffahrt war die perfekte Möglichkeit das Reisen mit einem einmaligen Erlebnis zu verbinden. 

Welche Optionen gibt es für die Amazonas Überfahrt?

Die richtige Route finden

Entlang des Amazonas gibt es zahlreiche Verkehrsknotenpunkte, die Start oder Ziel einer Schifffahrt über den Amazonas sein können. Da wir ohnehin an der Dschungelstadt Iquitos im peruanischen Amazonas-Gebiet interessiert waren, haben wir diese als Ausgangspunkt für unser Abenteuer gewählt. Unser nächstes Ziel war Kolumbien. Also warum nicht von Peru nach Kolumbien mit dem Boot reisen? Und schon stand unsere Route fest. Von Iquitos (Peru) ging es nach Santa Rosa (Peru), inklusive Grenzübertritt im benachbarten Leticia (Kolumbien). 

Bei unserer Recherche haben wir noch zahlreiche andere Routen gefunden. Also ein bisschen Amazonas-Kreuzfahrt-Inspiration für euch.

Yurimaguas – Iquitos

Tabatinga – Manaus

Manaus – Puerto Velho 

Slowboat vs. Fastboat

Steht die Route einmal muss man sich nur noch entscheiden, wie schnell oder langsam man über den Amazonas schippern möchte. Slow vs. Fast eben. Die folgenden Informationen gelten entsprechend nur für unsere Route von Iquitos nach Santa Rosa/ Leticia. 

Fastboat

Das Fastboat zwischen Iquitos und Leticia benötigt ca. 13 Stunden und fährt in der Regel an fünf Tagen die Woche. Das Boot ist recht komfortabel und bietet eine Toilette. Die Kosten für One Way liegen bei etwa 50 Euro, Lunch inklusive. 

Slowboat

Das Slowboat ist in erster Linie ein Transportschiff, das die einzelnen Städte im Amazonas-Regenwald verbindet und unterwegs kleine Siedlung ansteuert, um dort Fracht ab- bzw. aufzuladen.

Der Frachter benötigt für die Strecke von Iquitos nach Santa Rosa 2-4 Tage. Abhängig vom Wetter, Wasserstand und Fracht. Das Schiff ist einfach und rustikal. Geschlafen wird in Hängematten. Pro Tag werden drei Mahlzeiten serviert. Die Boote fahren meistens jeden Tag – außer Sonntag. Der Fahrpreis liegt bei ungefähr 20 Euro. 

In der Übersicht

Fastboat | 13h | 50 €

Slowboat | 2-4 Tage | 20 €

Da es uns bei der Amazonas Kreuzfahrt um die Erfahrung und ein authentisches Erlebnis ging, war klar, dass wir das Slowboat nehmen. Und ja, vielleicht hat der Preis in Anbetracht unseres Weltreise-Budgets auch eine kleine Rolle gespielt. 

Die besten Tipps & Tricks für eine Amazonas Überfahrt

Bringt Zeit und Geduld mit

Auch wenn wir weiter oben geschrieben haben, dass die Slowboats täglich fahren, einen wirklichen Fahrplan gibt es nicht. Die Boote fahren, sobald sie voll beladen sind. Morgens, mittags, abends. 

Für eine zumindest grobe Idee, wann ihr am besten am Hafen aufkreuzen solltet, können wir euch den Besuch in der lokalen Touristeninformation empfehlen. Dort gibt es nähere Informationen zum aktuellsten „Fahrplan“.

iPeru | Napo 161, Iquitos 16001

Auf die Hängematte, fertig, los!

Solltet ihr mit die ersten auf dem Boot sein – deutsche Pünktlichkeit und so – dann lasst euch nicht von dem Platz auf dem Boot täuschen. Es wird eng. Und wahrscheinlich deutlich enger als man es sich vorstellen kann. Die lieben Locals haben wenig Sinn für Privatsphäre. Die Hängematten werden kreuz und quer, übereinander und aneinander aufgehängt. Daher, wer zu zweit oder in noch größeren Gruppen unterwegs ist, sollte sich direkt einen guten Platz sichern und die hängenden Matratzen auf kleinstem Raum aufspannen. 

Bei der Hängemattenplatzwahl sollte auch die richtige Position beachtet werden. Direkt neben oder auch nur in der Nähe der Toiletten würden wir nicht empfehlen. Spätestens nach den ersten Stunden auf dem Boot wisst ihr, wovon wir reden. 

Die Must-Haves für die nächste Amazonas Kreuzfahrt

Der Komfort auf dem Slowboat ist eher, sagen wir mal, minimal. Die Ausstattung ebenso. Also, was fehlt euch zum perfekten Amazonas-Kreuzfahrt-Glück?

Die Hängematte | Kann in Iquitos auf dem Belen Markt vorab besorgt oder auch noch auf dem Boot von lokalen Händeln erstanden werden. Mit ein paar Euros seid ihr schon dabei. Bedenkt beim Kauf, dass ihr hierauf zwei bis vier Tage verbringen werdet und investiert vielleicht den einen Euro mehr.

Snacks & Wasser | Es gibt in der Regel drei Mahlzeiten am Tag auf dem Boot. Und je nach Schiff auch einen kleinen Kiosk. Zur Sicherheit sollten aber genügend Wasser und ein paar Not-Snacks im Gepäck sein. Häufig steigen auch Verkäufer von Snacks und Getränken an den einzelnen Stops zu und verkaufen ihre Ware auf dem Boot. Verhungern muss hier also keiner. 

Schüssel & Besteck | Wir haben Geschirr zu den Mahlzeiten dazubekommen. Haben aber auch schon andere Erfahrungsberichte gelesen. Zur Sicherheit sollte man also ein Geschirr-Backup im Rucksack haben. 

Technik & Unterhaltung | Klar, auf dem Boot gibt es nur selten Strom und schon gar keinen Empfang. Die Abgeschiedenheit ist aber genau das, was wir gesucht haben. Wer nicht ganz auf Handy und Co. verzichten möchte, hat natürlich entsprechend die Powerbank und die ein oder andere Serie auf dem Handy oder Tablet dabei. 

Drei Tage Amazonas Kreuzfahrt – wie war‘s?

Kunterbunt. Entspannt. Authentisch. Abgeschieden. Besonders. Aufregend. Anstrengend. Und wir würden es jeder Zeit wiedermachen. 

Was uns besonders an dieser Form des Reisens reizt? Den realen Einblick in das Leben der Locals, der Menschen, die diesen Fleck der Erde bewohnen. Wir liegen Schulter an Schulter mit ihnen in unseren Hängematten. Versuchen in gebrochenem Spanisch mehr über ihr Leben und ihren Alltag herauszufinden. Beobachten das bunte Treiben auf dem Schiff – besonders beim Be- und Entladen. Lassen die Tiefen des Urwalds an uns vorbeitreiben. Lesen. Genießen die Friedlichkeit. Sprechen miteinander. Oder auch nicht.

Es gab neben uns vielleicht noch fünf weitere Gringos. Ansonsten um die 200-300 Locals. Deren einzige Möglichkeit, von A nach B zu kommen, dieses Boot ist. Die nicht nur Stunden, sondern Tage zwischen Stadt und Heimat pendeln müssen. Sie kommen mit ihren Kindern, ihren Einkäufen, ihren Tieren auf das Boot. Verbringen mehrere Tage mit uns und anderen Fahrgästen auf dem Frachter. Erzählen, Spielen, Schlafen. Alles selbstverständlich. Wir mittendrin. Für sie Alltag, für uns ein Abenteuer. 

Ein weiteres Highlight war mit Sicherheit auch die Abgeschiedenheit. Drei Tage ohne Nachrichten, ohne Handy, ohne Social Media. Einfach nicht erreichbar sein. Ein Gefühl, das man leider zu selten spürt. Zu dem man sich in unserer vernetzten Welt regelrecht zwingen muss. Wir konnten die Tage nur im Hier und Jetzt sein. Und den Moment genießen. 

Also nehmt eure Hängematte in die Hand und los geht’s!

Plant ihr vielleicht gerade euer Amazonas Abenteuer oder habt Fragen und Anregungen? Dann schreibt uns. Wir freuen uns über eure Kommentare!

by selectedjungle


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