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Medellín | Schockverliebt in die Stadt des ewigen Frühlings

Ihr Ruf eilt Medellín oft meilenweit voraus. Pablo Escobar. Drogenkriege. Kartellmachenschaften. In den Neunzigern galt die kolumbianische Metropole als gefährlichste Stadt der Welt. Doch heute ist Medellín im Wandel. Die Menschen sind in Aufbruchsstimmung. Die Stadt des ewigen Frühlings blüht auf. 


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Eine knappe Woche haben wir hier verbracht. Schockverliebt in das Flair der Stadt, die Aufgeschlossenheit der Menschen und die besondere Stimmung, die an jeder Straßenecke spürbar ist. Die Stadt ist vielfältig und bietet Kulturliebhabern, Foodies, Städtebummlern so einiges. 

Auf Entdeckungstour durch Medellín

Knapp 4 Millionen Menschen, 16 Gemeinden (auch Comunas genannt) und 249 Vororte machen eines deutlich: Ziellos umherstreifen bringt einen nicht sehr weit. Zudem gibt es auch heute einige Gebiete, die man als Tourist besser meiden sollte. Daher sollte man sich vorab zumindest einen groben Plan zur Stadteroberung zurechtlegen. 

Comuna 13 | Ein Viertel mit Geschichte

Die 13. Gemeinde ist das wohl berüchtigtste und berühmteste Viertel der Stadt. Zu ihrem zweifelhaften Ruhm ist die Comuna 13 zur Zeit von Pablo Escobar gekommen. In den 90er Jahren herrschte hier Chaos. Bandenkriege, Kartellkämpfe, Straßenschlachten. Täglich dutzende Tote, Schießereien und Verletzte. 

Die Gemeinde liegt, wie so viele ärmlichere Regionen der Stadt, auf einem der Hügel, die die Stadt umgeben. Weitab vom Stadtzentrum. Diese Armut machten sich Drogenbosse und Kartellchefs zu Nutze. Sie warben perspektivlose Jugendliche an, gaben ihnen Jobs und Hoffnung auf ein besseres Leben, nutzten sie aus für ihre Zwecke und führten sie in die Kriminalität und häufig auch in den Tod. In dieser Zeit erlangte die Comuna 13 ihren Ruf als gefährlichstes Viertel Medellíns. 

Und warum genau erzählen wir euch das? Genau hier nämlich haben wir uns in die Stadt verliebt. Klingt seltsam, aber das Flair der Stadt entsteht hier. Die Menschen wollen einen Wandel, eine Chance auf ein besseres und friedlicheres Leben. Und nicht zuletzt – die Menschen möchten Fremde und Touristen davon überzeugen, dass ihre Gemeinde, ihre Stadt, ihr Land noch so viel mehr ist als nur Drogenkriege und Mafia-Kriminalität.

Aber eins vorweg – auch wenn das Viertel im Wandel steckt, würden wir trotzdem niemandem raten, hier unbedingt allein, vor allem nicht nachts, unterwegs zu sein. Es herrscht immer noch hohe Kriminalität in dieser Ecke Medellíns. 

Wir selbst waren hier mit einer Tour unterwegs. Auch wenn wir solche Touren für gewöhnlich meiden, können wir sie in diesem Fall zu 100% empfehlen. Wir haben uns für die Tour von Zippy Tour Comuna 13 entschieden. Die Guides sind Locals, sind hier aufgewachsen und können aus erster Hand vom Leben in diesem Bezirk erzählen. Spannend, leidenschaftlich, berührend. Ein wirklich tolles Erlebnis und ein absolutes Muss für jeden Medellín-Besuch. 

Nah & ganz leise | Mehr Geschichte im Museo de la Memoria

Der Geschichtsunterricht ist noch nicht ganz zu Ende. Wer uns kennt, weiß, dass wir nicht unbedingt die absoluten Museums-Junkies oder Geschichtsnerds sind. Doch in Medellín war das anders. Die Geschichte der Stadt ist noch frisch, man kann sie berühren, spüren, fühlen. Ein Ort, an dem man dieser Geschichte besonders nah sein kann, ist das Museo de la Memoria. Hier wird in eindrucksvollen Bildern, Geschichten, Tonaufnahmen und Kunstwerken gezeigt, was die letzten Jahrzehnte mit den Menschen hinter den Drogenkriegen gemacht haben. Die Angehörigen, die Freunde, Brüder, Söhne verloren haben. Sie berichten von ihren Leben, ihren Erlebnissen, ihren Geschichten. Und das auf so eindrucksvolle Art und Weise, dass es einem die Gänsehaut auf die Arme treibt. Wir finden, dass sich ein Besuch auch für Museumsmuffel wirklich lohnt. 

Und ganz nebenbei – das Museum liegt in der Nähe des Stadtzentrums und kann einfach per Fuß mit einem Stadtbummel verbunden werden. 

Es grünt so grün im botanischen Garten

Etwas leichtere Kost gibt’s im beliebten botanischen Garten. Die grüne Oase der Stadt ist beliebtes Ausflugsziel für Familien am Wochenende.

Hier gibt es auch viele Tiere zu finden. Schildkröten im See oder sogar freilaufende Iguanas, denen man aber besser nicht allzu nah kommen sollte. Ein perfektes Gegengewicht zum wuseligen Großstadtdschungel Medellíns. 

Sidenote

Wer sich noch mehr nach Natur und Ruhe sehnt, der sollte auch den Park Arvi auf dem Schirm haben. Das Naturschutzgebiet liegt auf den Hügeln am Rande der Stadt. Hier gibt es viele Wanderwege zu erkunden. Auch der Weg dorthin ist sehenswert. Man muss mit einer der zahlreichen Seilbahnen vom Tal in die Berge fahren. Auf dem Weg in die Höhe erwartet einen ein unbezahlbarer Ausblick auf die Stadt, das Tal und die umliegenden Berge. 

Liebe geht durch den Magen – auch in Medellín

Das Tolle an Medellín ist die Vielfältigkeit der Stadt. Nicht nur ist die Metropole voller Kultur und aufgeschlossener Menschen, auch kulinarisch hat Medellín einiges zu bieten. 

Alambique | Modern, kolumbianisch, lecker

Ein Hotspot bei Besuchern und Einheimischen. Stylisches Interieur, lateinamerikanische Lebensfreude und einfach sauleckeres Essen. Hier wird kolumbianische Küche modern interpretiert und zudem gibt es noch feine und ausgewählte Cocktails. Perfekt für einen wirklich kolumbianischen Abend im Herzen Medellíns. 

Alambique
Carrera 41#10-6 El Poblado

Vegetarischer Genuss im Grünen im Cable a Tierra Vegetaria

Erinnert ihr euch noch an Park Arvi? Genau hier oben findet ihr dieses vegetarische Juwel. Alles liebevoll zubereitet, selbstgemacht und eine tolle Abwechslung zum sonst sehr fleisch- und fettlastigen Essen der lieben Kolumbianer. 

Sidenote

Das Restaurant liegt ein wenig versteckt direkt hinter einem anderen Restaurant, das leicht mit dem Cable a Tierra Vegetaria verwechselt werden kann. Fragt daher vor Ort, ob ihr auch definitiv im richtigen Restaurant gelandet seid. 

Cable a Tierra Vegetaria
Vereda Piedras Blancas

Eine wirkliche Adresse gibt es nicht. Wenn ihr aus der Seilbahn aussteigt, haltet euch rechts. Folgt der Straße für ca. 500m und ihr lauft auf eine Querstraße zu. Hier gibt es ein paar Restaurants direkt an der Straße. Das Cable a Tierra Vegetaria liegt genau dahinter. 

Parque 37

Kein Restaurant, sondern Bar. Die Drinks sind lecker. Aber die Location besticht vor allem durch ihren Außenbereich. Inmitten von Bäumen, Lichterketten und zahlreichen Locals, die in ihren Abend starten, sitzt man hier und genießt seinen Cocktail. 

Parque 37
Vía primavera, Cra. 37 ##8A – 4

Die Bar liegt inmitten des beliebten Viertels El Poblado. Vor allem die Ecke rund um die Calle 35/37 ist bekannt als Hotspot für Shoppingtouren und Nightlife. 

Die besten Hostels in Medellín

Optionen gibt es zahlreiche. Doch, was ist für den Budget-Reisenden am besten? Unsere 3 Tipps für euch liegen alle im Viertel El Poblado. Das Viertel ist auch bekannt als „Touristenmagnet“. Aber der Vorteil, dass man sich hier bedenkenlos frei bewegen kann, auch nachts, überzeugt. Und Auswahl hat es hier ohnehin genug. 

Hostel El Alternativo

Lässig, cool und, wie der Name schon sagt, alternativ. Das Hostel bietet Doppelzimmer und Schlafsäle. Ob für Paare oder Singles – die Atmosphäre ist locker, die Küche geräumig und Frühstück ist im Zimmerpreis inbegriffen. 

Hostel El Alternativo
Carrera 43E # 11A-13, Barrio Manila, El Poblado

Die Unterkunft findet ihr hier.

Los Patios Hostel

Wer ein bisschen tiefer in den Geldbeutel greifen und dafür natürlich auch ein bisschen mehr „Luxus“ und dennoch Hostelfeeling haben möchte, der wird im Los Patios Hostel glücklich. Günstig gelegen bietet das Hostel im Boutique Style Schlafsäle, Doppelzimmer und eine spektakuläre Dachterrasse. 

Los Patios Hostel 
Carrera 43E N° 11, 40 Barrio Manila, El Poblado

Die Unterkunft findet ihr hier.*

La Playa Hostel 

Hängematten im Gemeinschaftsbereich und eine Dachterrasse sagen wohl genug. Das Hostel liegt perfekt, um abends El Poblado oder tagsüber den Rest der Stadt zu erkunden. 

La Playa Hostel
Carrera 35 #7-69, El Poblado

Die Unterkunft findet ihr hier.*

Medellín – Lohnt es sich?

Wer Bock hat, eine Großstadt voller kolumbianischen Lebens zu erleben, ist hier genau richtig. Die Stadt ist im Wandel. Jede Ecke versprüht die kolumbianische Lebensfreude. Die Menschen sind hilfsbereit, freuen sich über jeden Besucher, wollen eure Zeit in ihrer Stadt zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. 

Medellín ist so viel mehr als die Geschichte über die Stadt verrät. Es lohnt sich definitiv, diese Stadt sehen, hinter die Geschichte zu blicken. Die Menschen kennenzulernen, das wahre kolumbianische Stadtleben zu spüren. Wer mit einem offenen Mindset und Lust, eine Stadt in Aufbruchsstimmung zu erleben, nach Medellín kommt, wird nicht enttäuscht. Sondern verliebt sich vielleicht genauso schnell in die Stadt des ewigen Frühlings, wie wir. 

Plant ihr vielleicht gerade eure Reise nach Kolumbien oder seid sogar schon mal in Medellín gewesen? Lasst uns gerne eure Meinung, Kommentare oder Fragen hier! Wir freuen uns immer, Feedback zu erhalten. 

by selectedjungle


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