Questions and Answers - Q5: Kreditkarten auf Reisen

Q5: Kreditkarten auf der Weltreise | Was muss man beachten?

In Q4 unserer Reihe „Questions & Answers: Weltreise“ haben wir detailliert geklärt, wie wir unsere Finanzen für die Weltreise geplant und strukturiert haben. Wenn man das Reisebudget endlich beisammen hat, steht natürlich noch die Frage an, wie man auf der Reise am besten an sein Geld kommt.

Wir sind keine ausgebildeten Bankmitarbeiter. Und werden nicht königlich von den gängigen Kreditinstituten für einen Werbebeitrag bezahlt. Daher stellen wir euch keine einzelnen Reisebanken vor. Vielmehr möchten wir euch im Folgenden die wichtigsten Tipps rund um Kredit- und EC-Karten im Ausland mitgeben. Und zeigen, wie man am besten im Ausland an sein Geld kommt.

Mit welchen Bezahlmitteln gehen wir auf Reise?

Bargeld

Grundsätzlich haben wir immer ein wenig Bargeld bei uns. Für den obligatorischen Fruit Shake auf dem Food Market natürlich. Dennoch raten wir euch, nie zu viel Bargeld mit dabei zu haben und tendenziell euer Cash an unterschiedlichen Plätzen zu lagern. Sprich, teilt das Bargeld auf eure Backpacks, Tagesrucksäcke und Geldbeutel auf. So habt ihr auch im Fall eine Diebstahls immer noch ein paar alternative Scheinchen, auf die ihr zurückgreifen könnt.

Girocard/EC-Karte

Neben Bargeld ist das meist genutzte Bezahlmittel der Deutschen die Girocard (früher EC-Karte). Die Girocard von der Bank eures Vertrauens ist je nach Zahlungssystem mit dem bekannten Maestro-Zeichen oder V-Pay-Logo gekennzeichnet. An diesen Zeichen könnt ihr euch auch im Ausland orientieren. Weist ein Shop dieses Zeichen als gültiges Bezahlmittel aus, könnt ihr dort mit eurer Girocard bezahlen. Dasselbe Spiel bei Geldautomaten. In Deutschland und Europa ist das fast überall der Fall, außerhalb Europas sind Girocards nicht so weit verbreitet und Bargeld-Abhebungen am Automaten oftmals nicht möglich. Beachtet auch, dass im außereuropäischen Ausland häufig hohe Gebühren beim Bezahlen und Geldabheben mit der Girocard anfallen können.

Kreditkarte

Ob Visa, Mastercard, American Express oder Diners Club – für eine Weltreise empfehlen wir definitiv eine Kreditkarte. Die gängigen Kreditkarten werden weltweit akzeptiert und erleichtern die Bezahlung und das Geldabheben überall auf der Welt. Aber auch hier können Kosten beim Geldabheben oder der Bezahlung anfallen.

Da auch wir Laien auf diesem Gebiet sind und den Gebührendschungel erstmal lichten mussten, haben wir eine Liste an relevanten Fragen hinsichtlich der Kreditkartennutzung zusammengestellt. Klärt vor eurer Abreise die unten stehenden Fragen am besten mit eurer Bank, damit ihr keine unnötigen Gebühren oder Kosten tragen müsst. Solltet ihr noch keine Kreditkarte besitzen, könnt ihr anhand der folgenden Fragen unterschiedliche Kreditkarten miteinander vergleichen.

Fragenkatalog

  • Wie hoch ist die Jahresgebühr für die Kreditkarte? Bei einigen Banken ist die Kreditkartengebühr abhängig um Umsatz, den man mit der Karte erzielt.
  • Erhält man die Kreditkarte auch ohne eigenes Girokonto bei der jeweiligen Bank? Wenn nein, wie hoch ist die Kontoführungsgebühr? Bei manchen Banken ist diese Gebühr abhängig von einem regelmäßigen Geldeingang, was bei einer Weltreise allerdings recht schwierig werden kann, wenn man keinen Job hat, bei dem man regelmäßig ein Gehalt bekommt.
  • Von welchem Kreditkartenanbieter ist die Kreditkarte? Die bekanntesten Kreditkarten, die weltweit auch am häufigsten akzeptiert werden, sind Mastercard, Visa oder American Express.
  • Wie wird die Kreditkarte abgerechnet und in welchem zeitlichen Rhythmus wird sie ausgeglichen? Zu unterscheiden sind hierbei u.a.
    1. “Charge Karten”: Der gesammelte Betrag auf der Karte wird einmal im Monat vom Girokonto abgebucht, man erhält also bis zu diesem Zeitpunkt einen  kostenlosen Zahlungsaufschub.
    2. “Prepaid Kreditkarten”: Wie bei einem Prepaid-Handyvertrag muss zunächst ein Guthaben auf die Kreditkarte geladen werden, um die Karte benutzen zu können. Ist das Guthaben aufgebraucht, kann die Karte erst wieder benutzt werden, wenn neues Guthaben auf die Karte überwiesen wurde.
    3. “Debitkarten”: Zahlungen und Bargeldabhebungen werden sofort vom Girokonto abgebucht und es kann – wenn kein Dispo eingerichtet ist – nur so viel Geld ausgegeben werden, wie sich auf dem Girokonto befindet. Die Funktionsweise ähnelt also der einer Girocard.
    4. “Revolving Karten”: Der im jeweiligen Monat angehäufte Betrag wird nicht – wie bei “Charge Karten” – auf einmal, sondern in Raten- oder Teilzahlung abgerechnet. Psst… Da viele Banken für diese Variante zusätzliche Gebühren erheben, können wir diese Art der Abrechnung nicht empfehlen.
  • Gibt es eine Gebühr für den Auslandseinsatz der Kreditkarte, also wenn etwas nicht in Euro sondern in einer anderen Währung bezahlt wird?
  • Erhebt die Bank Gebühren für Bargeldabhebungen?
  • Werden Fremdgebühren von der Bank erstattet? Bei Fremdgebühren handelt es sich um eine pauschale Servicegebühr, die der jeweilige Geldautomatenbetreiber pro Bargeldabhebung erhebt – unabhängig vom abgehobenen Betrag. Fremdgebühren sind von Land zu Land, von Automat zu Automat unterschiedlich. Es gibt sie nicht überall, sie fallen aber z.B. bei einigen Geldautomaten in Costa Rica, Kambodscha, Marokko, Nicaragua, Panama, Thailand, USA und Vietnam an. Manche Kreditkartenanbieter erstatten diese Fremdgebühren.
  • Gibt es ein Tages- oder Monatslimit für Bargeldabhebungen und Bezahlungen?
  • Welche TAN-Verfahren können verwendet werden (smartTan mittels TAN-Generator, pushTAN, TAN-Listen, smsTAN usw.) und welches eignet sich für die Reise am besten 
  • Welche Support-Möglichkeiten bieten die Bank und der Kreditkartenanbieter – insbesondere wenn ihr die Karte im Worst Case sperren lassen müsst
  • Gibt es relevante Zusatzleistungen, wie Versicherungen, Rabatte oder Ähnliches?

Butter bei die Fische: Welcher Reisebank vertrauen wir unsere Finanzen an?

Wir haben beide jeweils Konten bei den gängigen deutschen Kreditinstituten (Volksbank/Sparkasse) und jeweils eine Kreditkarte. Gemeinsam nutzen wir aber ein weiteres Konto zur Verwaltung unserer Finanzen während der Weltreise: nämlich das der N26 Bank. Die Vorteile der Online-Bank haben wir euch hier zusammengefasst.

  • Keine Kontoführungsgebühren.
  • Kostenlose Mastercard.
  • Debitkarte: Das heißt, dass grundsätzlich nur soviel Geld ausgegeben werden kann, wie auch tatsächlich auf dem Konto ist (nimmt zwar den Spaß, ist aber vielleicht gar keine so schlechte Idee).
  • Echtzeit-Konto: Abbuchungen erscheinen zum Zeitpunkt der Bezahlung bzw. Abhebung als Push-Nachricht auf dem Handy und werden somit nicht erst Tage später auf dem Bankkonto angezeigt. Dies ermöglicht eine unmittelbare Prüfung des abgebuchten Betrags. Versteckte Gebühren werden auch direkt sichtbar. Ein Überblick über Kontobewegungen und den aktuellen Kontostand ist somit ganz easy.
  • Zahlungen in Euro oder anderen Fremdwährungen (Auslandseinsatz) sind weltweit kostenlos.
  • Abhebungen im Ausland sind in Euro kostenlos. Bei Abhebungen in Fremdwährung fallen 1,7% Gebühren an (es sei denn man upgraded auf das Black Konto: dann sind Bargeldabhebungen weltweit in sämtlichen Währungen kostenlos. Das Ganze kostet dann 9,90€ im Monat und man erhält zudem Zusatzleistungen, wie z.B. ein (Reise-)Versicherungspaket. Das Upgrade würde sich also lohnen, wenn man sich für die zusätzlichen Leistungen interessiert und/oder man pro Monat mehr als 582€ in einer Fremdwährung abhebt. Die bankenunabhängige Fremdgebühr, die der jeweilige Geldautomatenbetreiber verlangen kann, wird von N26 nicht erstattet).
  • Das Tageslimit für Abhebungen und Zahlungen kann in der App jederzeit geändert werden.
  • Dank eines persönlichen und jederzeit austauschbaren Überweisungs-PIN ist kein umständliches TAN-Verfahren notwendig.
  • Die Karte kann im Notfall per Knopfdruck in der App gesperrt werden, auch temporär.
  • Das einfache Einrichten von Unterkonten erlaubt eine übersichtliche Sortierung und Planung der Reisefinanzen.
  • N26 unterstützt Apple Pay.
  • Kontoeröffnung in 8 Minuten.

Die N26 Bank bietet zwar nicht die kostengünstigste Option, allerdings überzeugen uns hier Komfort und Flexibilität. Sowohl die einfache Handhabung per App sowie die geringen Gebühren sprechen aus unserer Sicht für diese Variante. Aber auch andere Kreditkarten, wie z.B. die von Santander, DKB, Barclaycard oder comdirect, bieten gute Reiseoptionen.

Bezahlen mit der Kreditkarte – selectedjungle-Tipps:

  • Bezahlt stets in Landeswährung! Werdet ihr außerhalb der Eurozone bei der Bezahlung gefragt, ob ihr in Euro oder der jeweiligen Landeswährung bezahlen möchtet, wählt die Landeswährung. Ansonsten können Wechselgebühren (DCC, Dynamic Currency Conversion, bis zu 10(!)%) und schlechte Umrechnungskurse anfallen. Gilt auch für Bargeldabhebungen am Automaten.
  • Wenn ihr Geld abhebt, macht euch Gedanken über die Menge. Wir achten hierbei immer auf ein gutes Mittelmaß. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Insbesondere in ländlichen Gebieten muss man manchmal lange nach einem Bankautomaten suchen!
  • Dasselbe gilt auch für den Verfügungsrahmen der Karte (Tages- & Monatslimits). Nicht zu gierig werden. Bei Diebstahl kann ein geringerer Verfügungsrahmen ein Segen sein. Allerdings sollte das Limit auch hoch genug sein, um größere Anschaffungen, bspw. Mietwagen plus Kaution, bezahlen zu können.
  • Für den Notfall: Möglichkeiten der Kartensperrung im Vorfeld besorgen
  • No Worries, sollte ein Automat die Kreditkarte mal nicht akzeptieren. Das ist nicht ungewöhnlich und normalerweise klappt es dann beim nächsten.
  • Achtet auf die Vertrauenswürdigkeit des Automaten. Lieber den Automaten in einer Bank oder einem Supermarkt nutzen, als in einer dunklen Seitengasse. Setzt einfach euren gesunden Menschenverstand ein, dann sollte es dabei auch keine Probleme geben.
  • Am besten immer zwei Kreditkarten mitnehmen. Nein, nicht um die eine Karte mit der anderen abzubezahlen. Vielmehr habt ihr so eine Alternative, sollte eine Karte gestohlen oder nicht akzeptiert werden.  

Grundsätzlich sollte sich jeder Reisende mit der Thematik vorab beschäftigen, um die richtigen Bezahlmittel abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse zu finden. Wenn ihr euch an den oben stehenden Fragen orientiert, sollte die Suche nach der richtigen Kreditkarte zumindest ein Stück weit einfacher sein.

Noch Fragen?

Wenn ihr Fragen rund um diese Themen habt, mailt uns oder schreibt in die Kommentare. Wir helfen euch gerne weiter.

Weitere Infos, Tipps & Tricks rund um das Thema Weltreisevorbereitung findet ihr in unserer Rubrik „Questions & Answers: Weltreise“. Up next: Impfungen für die Weltreise. Muss das sein?

euer selectedjungle

 

Die zusammengestellten Informationen haben wir mit größter Sorgfalt verfasst und basieren auf unseren persönlichen Erfahrungswerten und Recherchen. Da wir jedoch keine ausgebildeten Bankmitarbeiter und sich die Gebühren und Bedingungen von Kreditkarten und Banken stetig ändern, können wir Vollständigkeit & Korrektheit dieser Informationen nicht garantieren. 

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