Zion Nationalpark Angels Landing Valley Panorama View

Bryce Canyon & Zion | Nationalparks USA

11 Tage. 3.000 Kilometer. 8 Nationalparks. Part III: Bryce Canyon & Zion Nationalpark.  Nach unserem östlichsten Abstecher auf der Reise – dem Monument Valley – ging es über Page in Richtung Bryce Canyon und den nahegelegenen Zion Nationalpark. Nach Tagen weitläufiger Landschaften, Trockenheit, Staub und rotem Sandstein, hat sich unsere Umgebung ab Page wieder völlig verändert: saftiges Grün, in die Höhe ragende Berge und sogar Bären!

Bryce Canyon Nationalpark

Der Nationalpark im Südwesten Utahs liegt auf etwa 2.400 bis 2.700 Metern und hat somit ein etwas kühleres aber im Mai – unserem Reisemonat – sehr angenehmes Klima. Bryce Canyon ist vor allem für seine auffälligen Felsformationen bekannt – den sogenannten Hoodoos. Nirgends sonst auf der Welt gibt es so viele dieser sehr eigenwilligen Turmgebilde. Der wohl bekannteste aber auch passendste Spruch über den Bryce Canyon kommt vom Namensgeber, Ebenezer Bryce: Die Gegend sei „a hell of a place to lose a cow“ – und Recht hat er! 

Bryce Canyon Hoodoos Overlook

Um früh am Morgen im Park sein zu können, haben wir so nah wie möglich dort genächtigt, ohne im Park selbst übernachten zu müssen (die Preise hierfür liegen meistens deutlich über dem lokalen Durchschnitt). Der Park ist recht überschaubar und somit gut innerhalb eines Tages zu erkunden. Entlang des Canyon Rims gibt es einen Scenic Drive, an dem man sich entlanghangeln und die spannendsten Spots raussuchen kann. 

Bryce Canyon Hoodoos

selectedjungle-Tipp: Fairyland Canyon

Etwa eine Meile vor dem eigentlichen Eingang des Parks biegt eine Straße links von der Hauptstraße ab und führt euch zum einem ersten, häufig übersehenen Aussichtspunkt. Hier habt ihr einen super Blick über die Hoodoos und die Landschaft unterhalb des Rims. Und da viele Besucher übereifrig direkt in den Park stürzen und diese Abbiegung verpassen, ist hier auch lange nicht so viel los wie innerhalb des Parks. 

Bryce Canyon Viewpoint

Scenic Drive („Rim Road“)

Zurück auf der Hauptstraße beginnt am Eingang des Parks der 18 Meilen lange Scenic Drive (One-Way), der von einem zum nächsten Viewpoint immer tiefer in den Park hineinführt. Unsere Stops waren der Sunrise, Sunset, Inspiration, Bryce und Rainbow Viewpoint. Letzterer liegt am Ende des Scenic Drive auf ca. 2.778 Metern. Dort bietet sich euch ein sensationeller Ausblick auf die einzigartige Umgebung. Auf dem Weg dorthin gibt es zahlreiche Möglichkeiten, an den genannten Viewpoints einen Halt einzulegen und die unglaubliche Natur zu bestaunen. 

Bryce Canyon Rainbow Point

selectedjungle-Tipp

Wer auf malerische Sonnenuntergänge steht, ist am besten am Sunset oder Inspiration Point aufgehoben. Dort hat man einen tollen Blick auf das Geschehen.

Navajo & Queen’s Garden Trail 

Um auch ein bisschen aktiv zu werden und den Canyon von „innen“ zu erkunden, haben wir uns einen kurzen aber sehr sehr schönen Trail ausgesucht – besser gesagt eine Kombination aus zwei Trails. Vom Sunset Point haben wir für den Weg hinab in den Canyon den Navajo Trail mit seinen kurzen Serpentinen ins Tal gewählt.

Bryce Canyon Navajo Loop Trail Serpentines

Am Fuß des Canyon sind wir dem Queen’s Garden Trail gefolgt und haben nach knapp fünf Kilometern, mehr als 180 Höhenmetern und gut zwei Stunden den Sunrise Point oben am Rim erreicht. Falls man mit dem Auto unterwegs ist und dieses am Sunset Point abgestellt hat, kann man vom Sunrise Point entlang des Rims wieder zum Sunset Point laufen (ca. 800 Meter). Andernfalls nimmt euch das Shuttle auch gerne mit zurück. Wir waren zwar nicht die einzigen, die diese Idee gehabt haben, dennoch ist es absolut empfehlenswert, hinab in den Canyon zu steigen und durch das Labyrinth der Hoodoos zu wandern. Wem fünf Kilometer zu kurz oder zu weit zum Laufen sind, kann die Tour auch beliebig verkürzen oder erweitern. Hierzu folgt ihr anstelle des Queen’s Garden Trails einfach einem der anderen Wege am Fuße des Canyons. 

Bryce Canyon Thors Hammer
Bryce Canyon Navajo Loop Trail Canyon View
Bryce Canyon Overview
Bryce Canyon Navajo Loop Trail Downhill
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Zion Nationalpark

Nachmittags haben wir uns in Richtung Zion Nationalpark aufgemacht und sind zu unserer Übernachtungsmöglichkeit nach Hildale gefahren. Bei Hildale handelt es sich um einem kleinen, verlassenen Ort in Utah, besser gesagt um eine Mormonen-Siedlung. Unsere „Unterkunft“ lag etwas außerhalb der Siedlung: ein kleines Zelt-Dorf. Tippies im Glamping-Style in einer atemberaubenden Szenerie. Im Hintergrund haushohe rote Felswände, weit und breit nichts außer Natur und die Nachbar-Tippies. In der Nacht ein spektakulärer Sternenhimmel. Einfach eine tolle Atmosphäre. Ruhe. Simplicity. Da jedes Tippie über eine kleine Feuerstelle für ein Lagerfeuer verfügt, haben wir uns im nahegelegenen Supermarkt erst einmal für ein kleines BBQ eingedeckt. Die Unterkunft haben wir über Booking.com gebucht.

Hildale Zion National Park Camping By Day
Hildale Zion National Park Campingsite
Hildale Zion National Park Camping By Night
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selectedjungle-Tipp

Ihr habt Lust auf eine Abkürzung Richtung Zion Nationalpark und ein kleines Offroad-Abenteuer? Um die einstündige Fahrt über Hurricane auf der Route 59 zu verkürzen, biegt auf Höhe Apple Valley auf die Smithsonian Butte Road ab. Die Offroad-Piste führt euch durchs Hinterland direkt Richtung Springdale. Zeitersparnis? 30 Minuten. Geländewagen mit Allradantrieb? Wärmstens empfohlen. 

Zion National Park Valley

Der Zion Nationalpark unterscheidet sich in einer Tatsache deutlich von den anderen Nationalparks in dieser Gegend. Die Hauptstraße und die meisten Trails verlaufen im Tal des Zion Canyons. Aufgrund seiner geografischen Lage verfügt der Park über eine spektakuläre Vielfalt an Pflanzen, Tieren und zahlreichen unterschiedlichen Landschaften. Der überwiegende Teil des Parks kann nicht mit dem eigenen Auto, sondern nur per Shuttlebus abgefahren werden. Es gibt zahlreiche Parkplätze in Springdale und rund um das Visitor Center (früh kommen lohnt sich hier doppelt). Am Visitor Center startet und endet auch das offizielle Park-Shuttle, das euch zu den einzelnen Stops fährt.

Angels Landing Trail

Der wohl bekannteste, aber auch spektakulärste und anspruchsvollste Trail im Zion Nationalpark ist der Angels Landing Trail. Der ca. 8,7 Kilometer lange Rundtrip zählt zu den Highlights des Parks. Er führt aus dem Canyon hinauf auf die Spitze des Angels Landing, einer 1.765 Metern hohen Felsformation. Die entsprechende Haltestelle für den Startpunkt des Trails ist „The Grotto“. Die Tour nimmt in etwa 3-4 Stunden (hin und zurück) in Anspruch. 

Zion National Park Valley Greenery

Nach einer einfachen Wanderung auf dem West Rim Trail am Fuß des Virgin River, geht es in Serpentinen in Richtung Zwischenstop – Scout’s Lookout. An dieser Stelle ist auch für die meisten Wanderer dann Schluss. Das letzte Teilstück (ca. 800 Meter) führt über einen schmalen Felsrücken (inkl. einiger Kletterpassagen) zur Spitze des Angels Landing. 

Zion National Park View of Canyon

selectedjungle-Tipp

Der Pfad auf dem letzten Teil des Trails ist extrem schmal (selten passen zwei Personen nebeneinander) und es geht rechts und links rund 500 Meter senkrecht in die Tiefe. Wer nicht komplett schwindelfrei ist und die nötige Portion Mut mitbringt, für den ist dieses letzte Teilstück nichts. Zudem seid ihr während des gesamten Auf- als auch Abstiegs fast pausenlos der Sonne ausgesetzt. Daher gut eincremen und genügend Wasser und Snacks mitnehmen.

Zion National Park Angels Landing Peak
Zion National Park Angels Landing Trail
Zion National Park Angels Landing Edge
Zion National Park Angels Landing Serpentines
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Auch wenn der Aufstieg zum Landeplatz der Engel beschwerlich war und teilweise echt Überwindung gekostet hat, hat es sich für die einmalige Aussicht auf das Tal des Zion Canyon definitiv gelohnt und ist für Adrenalinjunkies mit genügend Ausdauer definitiv ein Muss!

Zion National Park Angels Landing Peak Overview

Gerade in der Hauptsaison im Sommer ist auf der Route doch recht viel los – auch auf den engen Kletterpassagen des letzten Teilstücks. Daher wird derzeit darüber diskutiert, den Aufstieg in Zukunft nur noch mit sogenannten Permits („Wander-Genehmigungen“) zu erlauben. Diese  Permits muss man sich i.d.R. im Voraus besorgen und werden pro Tag nur in begrenzter Anzahl ausgegeben. In anderen Nationalparks wird dies bei stark frequentierten Trails bereits so gehandhabt. Auch wenn das für die Besucher natürlich bedeutet, den Besuch des Zion Nationalparks Monate im Voraus planen zu müssen, können wir das –  gerade nachdem wir selbst schon oben waren – nur begrüßen. Besonders der Abstieg des letzten Teilstücks war nicht ohne. Auf den schmalen Pfaden und Kletterpassagen ist ein Überholen kaum möglich. Wenn einem dazu noch Wanderer entgegenkommen, kann es hier zu brenzligen Manövern kommen. 

Zion National Park Angels Landing Rail

Emerald Pools

Sofern man nur einen Tag im Zion Nationalpark verbringt, ist nach dem Angels Landing Trail nicht mehr allzu viel drin. Dennoch absolut sehenswert und auch mit nur geringer Anstrengung machbar: die Emerald Pools. Der Einstieg für den Trail liegt gegenüber der Zion Lodge und der namensgleichen Bushaltestelle des Parkshuttles. Dieser Wanderweg führt einen tiefer in die Biegungen des Canyon hinein und an Wasserfällen – den Emerald Pools – vorbei. Es gibt drei unterschiedliche „Pools“, die je nach Kräften und Zeit erlaufen werden können. Bis zum ersten Wasserfall (Lower Emerald Pool) sind es lediglich 15-20 Minuten. Abhängig von der Jahreszeit und den Regenverhältnissen kann man hier einen Wasserfall oder auch nur einen Rinnsal sehen. Ab hier geht es bergauf zu den weiteren Wasserfällen (Middle und Upper Emerald Pool). Bis zum Upper Emerald Pool dauert es insgesamt ca. 60 Minuten. Bei gutem Wetter ist der Aufstieg es aber definitiv wert. 

Zion National Park Emerald Pools

Nach dem Zion Nationalpark waren wir bereits mit einem Großteil unserer geplanten Nationalpark-Tour durch – Joshua Tree, Grand Canyon, Monument Valley, Bryce Canyon, Zion. Wir haben wahnsinnig viel gesehen und Eindrücke fürs Leben gesammelt. Aber hier war noch nicht Schluss, zumindest noch nicht ganz. Weiter geht’s im finalen Part IV unserer Nationalpark-Tour wieder zurück Richtung Golden State California – durch das Tal des Todes (und ja, wir waren tatsächlich von einer Nahtoderfahrung gar nicht so weit entfernt) und den Yosemite Nationalpark. Part IV kommt, versprochen! 

euer selectedjungle

  1. Danke für den ausführlichen Bericht,welcher mir hilft meine Reise im April vorzuplanen. Allerdings bin ich dann mit einem Wohnmobil unterwegs:-) deshalb 3 Fragen: a) kann man mit dem Wohnmobil zu den Kelso Dunes? Ich habe Joshua Tree bereits fest eingeplant, frage mich aber, ob die Mojave Wüste dann noch ein Zugewinn ist, wenn ich nicht zu den Dünen fahren kann.
    B) für Zion habe ich auch nur einen Tag eingeplant. Was ist sehenswerter – Angels Landing oder die Pools?
    C) wann kommt Teil IV;-)? Yosemite liegt auch noch auf meiner Route.
    VG Jochen

    • selectedjungle

      Hi Jochen, lieben Dank für deinen tollen Kommentar. Es freut uns immer, wenn wir euch mit unseren Reiseberichten weiterhelfen können! Anbei unsere Antworten auf deine Fragen:

      a) Die Kelso Dunes liegen ganz in der Nähe der Hauptverkehrsstraße durch die Mojavewüste und sind über eine kurze, unbefestigte Straße erreichbar. Unserer Meinung nach, auch mit dem Wohnmobil machbar, allerdings hat die Straße einige Schlaglöcher – somit ist Vorsicht geboten. Je nachdem wo es für dich nach dem Joshua Tree Park hingeht, liegt die Mojave Wüste – wie bei uns – auch auf dem Weg. Wir waren passend zum Sonnenuntergang dort und das Licht, die Wüste, die Stimmung waren einmalig.

      b) Angels Landing ist definitiv spektakulärer. Aber auch deutlich anstrengender und herausfordernder. Besonders für das letzte Stück muss man wirklich schwindelfrei sein! Falls Angels Landing aufgrund zeitlicher Umstände nicht passt – für den Track sollte man mindestens 3-4 Stunden einplanen – sind die Emerald Pools aber auch sehr sehenswert.

      c) Wir haben bereits unsere komplette Reise auf unserem Blog festgehalten. Neben Bryce Canyon und Zion, findest du auch alle Infos zu Joshua Tree, Mojave Wüste, Grand Canyon, Monument Valley, Yosemite und die Westküste.

      Melde dich ruhig bei weiteren Fragen. Wir helfen immer gerne weiter! 🙂

      Liebe Grüße
      Helena & Julian

      • Jochen Volkert-Wagner

        Super, vielen vielen Dank für die tollen Infos! Ich stöbere dann mal nach dem Yosemite Teil! LG Jochen

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