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Von Bordeaux nach Bilbao | Einmal Atlantikküste und wieder zurück!

Es ist wieder soweit: Wir sind unterwegs! Das erste Mal seitdem wir von unserer Weltreise zurückgekehrt sind, heißt es für uns Sachen packen und los. Es ist eine Reise der vielen ersten Male. Wir sind das erste Mal seit langer Zeit gemeinsam in Europa unterwegs. Wir sind das erste Mal gemeinsam an der Atlantikküste, einmal von Bordeaux in Richtung Bilbao. Und das wichtigste und schönste an der Reise: wir sind das erste Mal mit unserem selbstausgebauten VW Bus Willi unterwegs. 


Selected Quicklinks

Anreise | Reiseroute | Rückreise


Wir haben zwei Wochen Zeit. Zeit, um die Atlantikküste zu erkunden und das Vanlife kennenzulernen. Zeit, um endlich mal wieder Neues zu entdecken, Menschen zu begegnen, Reiseerinnerungen zu sammeln. 

Sidenote: Wir haben vor unserer Reise genauestens abgewägt, ob und wohin wir in dieser ganz und gar ungewöhnlichen Zeit reisen möchten. Für uns war ausschlaggebend, dass wir mit unserem Bus spontan und flexibel auf äußere Umstände reagieren konnten, keine Buchungen vor der Reise abschließen mussten und die Möglichkeit hatten, überwiegend Zeit zu zweit in der Natur zu verbringen. Letztlich muss diese Entscheidung derzeit jeder für sich selbst treffen, welchen Risiken man sich selbst bzw. auch seine Mitreisenden aussetzen möchte.  

Anreise aka der schönste Umweg Frankreichs

Die Anreise von Deutschland (Frankfurt am Main) an die Atlantikküste Frankreichs auf Höhe Bordeaux dauert ca. 11 Stunden. Damit war für uns gleich klar, das wollen wir mit einem ersten Roadtrip-Abenteuer verbinden. Gesagt, getan. Wir haben uns eine Region auf etwa halber Strecke gesucht: die Auvergne. Gebirgslandschaft gesäumt von Vulkanketten, grasgrünen Berghängen und einem Vulkankrater, den man aus einer beliebten Trinkwasserwerbung kennt.

Von Clemont-Ferrand gestartet geht es für uns einen Tag lang quer durch die Region, über die Käsestraße – wir können St. Nectaire und den dort hergestellten Weichkäse wärmstens empfehlen – bis zum Puy Mary, einem ehemaligen Vulkangipfel, den man heute noch durch einen halbstündigen Aufstieg erklimmen kann. 

Fazit? Der schönste denkbare Umweg auf dem Weg an die französische Westküste!

Reiseroute – zwei Wochen Atlantikküste. Let’s go!

Wir sind angekommen, riechen das Meer, spüren den Strand und die Meeresbrise auf der Haut. Für uns geht es nun zwei Wochen gen Süden. Grobe Reiseroute: Bordeaux bis Bilbao. Auf geht’s entlang der Küste, entlang des Meeres, entlang der schönsten Stellplätze.

Cap Feret

Unser erstes Ziel ist die Landspitze Cap Feret. Ein schmaler Küstenabschnitt ca. eine Stunde westlich von Bordeaux. Hier reihen sich Pinienwälder an kleine Küstenörtchen an Dünenlandschaft. Auch wenn bedingt durch die Ferienzeit viel los ist, verteilen sich die Besucher*innen entlang der großen, breiten Sandstrände und überfüllte Strände à la Handtuch an Handtuch sind kaum zu finden. 

Unser Lieblingseckchen hier? Truc Vert. Ein Campingplatz, ein kleiner Parkplatz und ein Strandzugang. Viel mehr gibt’s hier nicht. Und dementsprechend entschleunigt und entspannt ist es hier auch. Am Strand findet man nach nur ein paar Minuten ein ruhiges Plätzchen und wer einmal unter Pinienbäumen geschlafen hat, kennt den Charme der Zirpen, den Geruch des Holzes, das Geräusch herabfallender Tannenzapfen. 

Bordeaux

Vor unserer Reise wussten wir nicht viel über Bordeaux. Wir schauen uns Städte aber immer gerne an, erkunden die Straßen und lernen die Gegend kennen. Daher geht es für uns nach Truc Vert für einen Nachmittag in die Stadt des Rotweins. Und Bordeaux hat uns überrascht. Auf uns hat ein gemütliches Städtchen mit Altstadtkern gewartet. Unzählige kleine und verwinkelte Gässchen, kopfsteingepflasterte Straßen, charmante Altbauten.

Wir starten in der Rue Saint-James. Ein kleiner Straßenzug im Süden der Innenstadt, der uns mit einem fotogenen Torbogen begrüßt. Hier reiht sich ein kleiner Laden, an Café, an Concept Store, an Restaurant. Der perfekte Start. 

Weiter geht es in Richtung Zentrum, die Rue du Loup – Haupteinkaufsstraße der Stadt – querend laufen wir in Richtung Place de la Bourse. Der Platz ist berühmt für sein Wasserspiel. Es scheint als würde ein überdimensionaler Spiegel aus Wasser auf dem Boden liegen. 

Wir treiben weiter in Richtung Norden durch die zahlreichen Winkel und Ecken der Stadt. Das Viertel Chartrons ist bekannt für Vintage- und Antiquitäten-Händler. Wer Lust auf Stöbern hat, ist in der Rue Notre Dame genau richtig. 

Letzter Stop ist Darwin Eco-Système. Eine ungewöhnliche Location. Hier trifft Bio-Supermarkt auf Shops, Streetfood-Stände und Restaurants. Der perfekte Ausklang.

selectedjungle-Tipp

Wer auch mit dem Van oder Auto anreist und auf die teuren Parkkosten im Stadtzentrum verzichten will, sollte sich vorab einen Park & Ride Parkplatz in den äußeren Bezirken der Stadt aussuchen. Unser Van stand einen Tag dort, sicher und kostengünstig. Für gerade mal fünf Euro am Tag und nur eine 15-minütige Bahnfahrt vom Stadtkern entfernt. Aus Westen kommend haben wir uns für den Park & Ride Parkplatz an der Tram-Stop „Unitec“ entschieden.

Dune du Pilat

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Die Düne selbst haben wir nicht besucht und lediglich beim Vorbeifahren gesehen. In der Hochsaison meiden wir solche Tourismusmagnete gerne. Die Düne ist ein Naturspektakel, die größte Düne Europas und mit Sicherheit einen Besuch wert. 

Warum wir hier, genauer gesagt ein paar Kilometer südlich, trotzdem Halt machen? Ein traumhafter Stellplatz, direkt am Strand mit Blick aufs Meer. Für zwei Tage campen wir hier, genießen die Sonne und die Nähe zum Wasser und kosten das Vanlife in vollen Zügen aus. Der Platz direkt am Meer, mit Blick auf den Sonnenuntergang und das permanente Meeresrauschen im Hintergrund ist eines unserer Highlights. 

Hossegor

Hossegor ist wohl DAS Surfer-Mekka an der Westküste Frankreichs. Auf unserem Weg Richtung Süden legen auch wir hier einen Stop ein und schauen uns das Örtchen einmal genauer an. In Hossegor spielt sich das Leben überwiegend an zwei Spots ab – an der Promenade entlang des Strandes sowie auf und um die Avenue du Touring Club. 

Hier reiht sich Surfshop an Surfshop. Dazwischen gibt es viele kleine Boutiquen, Souvenirshops und Cafés. Wir flanieren und bummeln durch die Straßen, essen die leckersten Chocolatines im Café de Paris und genießen die Straßenszenerie auf unseren Sitzplätzen. Danach geht’s zwei Häuser weiter zu Tante Jeanne und wir gönnen uns das beste Eis der Stadt (und nein, einen Zuckerschock bekommen wir nicht!). 

Wer Lust auf ein paar Breaks hat oder auch einfach nur den Profis zuschauen möchte, sollte sich in Richtung Strand orientieren. Plage Sud ist mit einfachen Breaks für Anfänger geeignet, läuft man weiter Richtung Plage Nord kommt man zu den anspruchsvolleren Wellen und sollte den Profis den Vortritt lassen. 

Um ehrlich zu sein, sind wir mit Hossegor nicht richtig warm geworden. Uns war es zu voll, zu touristisch und uns fehlte der Flair. Wir sind aber auch keine Surfmeister, vielleicht kann es auch daran liegen. Trotzdem: Wer in der Nähe ist, ein Besuch lohnt sich definitiv. 

selectedjungle-Tipp

Wer Lust auf mehr Natur hat, wird in den Wäldern nördlich von Hossegor glücklich. Hier gibt es viele kleine Wanderwege und die Flora und Faune ist wunderschön. Ein tolles Kontrastprogramm zu Meer, Strand, Sonne. 

Plage de Lafitenia

Wir fahren weiter. Ein paar Kilometer nördlich von Saint-Jean-de-Luz, kurz vor der spanischen Grenze, finden wir unser nächster Zuhause auf Zeit. Die Landschaft hat sich deutlich verändert. Keine Dünen mehr, keine kilometerlangen Sandstrände. Dafür reiht sich Bucht an Buch und die Landschaft ist grün und felsig. 

Wir verbringen zwei Tage auf dem kleinen Campingplatz Playa SARL. Die Plätze liegen direkt an der Küste mit Meerblick von fast allen Stellplätzen aus. Der Campingplatz an sich ist sehr rustikal, sanitäre Anlagen nicht unbedingt luxuriös. Aber die Aussicht und die entspannte Atmosphäre entschädigen. Eine Nacht für uns zwei und Willi kostete 31 Euro. 

selectedjungle-Tipp

Falls ihr Lust habt, mit eurem Van dort vorbeizuschauen, bringt unbedingt Ausgleichskeile für euer Gefährt mit. Viele der Stellplätze sind uneben und ohne unserer Keile wären wir nachts vermutlich aus dem Bett gekugelt. 

Bilbao

Nächster Stop: Spanien. Genauer soll es nach Bilbao gehen. Zwei Tage Stadt, zwei Tage Hotel. Zwei Tage Kontrastprogramm. Auch wenn wir Willi vermissen, genießen wir die Zeit zu zweit. Unsere Erfahrungen und Tipps für die Stadt im Baskenland findet ihr in einem separaten Beitrag (folgt bald). 

selectedjungle-Tipp

Wer auch mit dem Van in der Gegend unterwegs ist, dem empfehlen wir dringend einen wunderschönen Umweg im Hinterland zwischen Irun und San Sebastian. Die Bergstraße führt entlang der Küste mit einem atemberaubenden Blick auf die Landschaft und das Meer. Hier haben wir auch unseren absoluten Lieblingsstellplatz der Reise gefunden. Mit dem wohl traumhaftesten Blick auf den Sonnenuntergang. Einfach eine der zahlreichen Parallelstraßen zur Landstraße GI 3440 fahren und am schönsten Stellplatz halten. 

Rückreise | Einmal quer durch Frankreich, bitte!

Nach fast zwei Wochen sind wir am südlichsten Punkt unserer Route, in Bilbao, angekommen. Und wir stellen uns die Frage „Wohin jetzt“? Wir sind keine Fans von „Zurück“. Anstatt die vernünftige und schnellste Route in Richtung Heimat zu nehmen, nämlich wieder Richtung Norden nach Bordeaux, fahren wir also einfach mal in die andere Himmelsrichtung. Es geht nach Osten, quer durch Frankreich. Ps.: Ein Hoch auf die Vanille-Flixibilität!

Es geht für uns in fünf Tagen über die Pyrenäen, durch die Camargue und die Provence und wieder zurück nach Deutschland. Wir fahren viel, sehen viel, erleben viel. Wir schlafen, wenn wir müde sind, essen wenn wir hungrig sind. Vanlife at its best!

Unser erstes Highlight? Der Pass über den Col du Tourmalet in den Pyrenäen. Erst Sonne, dann Nebel, dann Gewitter. Das alles auf über 2.000 Meter Höhe. Ein besonderes Erlebnis, auch wenn der erhoffte Blick über die Dächer der Pyrenäen dank Nebelschwaden ausbleiben musste. 

Anschließend geht es für uns weiter in Richtung Mittelmeer. Wir halten erst, wenn wir das Meeresrauschen hören können. Und landen in der Camargue. Die Landschaft lädt ein, stundenlang durch das Flussdelta zu düsen. Bis wir ein kleines Nomadencamp finden. Direkt am Strand, weit weg von jedem Dorf oder irgendeiner Stadt. 

selectedjungle-Tipp

Um Plätze wie das oben beschriebene Camp zu wahren, halten wir hier bewusst keine Koordinaten fest. Trotzdem an dieser Stelle der Tipp: Wir haben fast all unsere Stellplätze über die App Park4Night gefunden. Häufig waren die dort markierten Plätze auch nur erste Anhaltspunkte für uns und wir haben in der Nähe unser eigenes Plätzchen gefunden. Trotzdem ist die App, gerade für Wildcamping-Anfänger absolut unverzichtbar. 

Nach der Camargue steht die Provence auf dem Plan. Fliederfelder, Steinhäuser, Bergdörfer und Zypressengesäumte Alleen rufen. Die Provence ist eine malerisch romantische Gegend. Wir haben kein festes Ziel, lediglich die Schönheit der Landschaft genießen und die kurvigen Straßen des Landes entlangtingeln. Besondere Augenschmäuse sind das idyllische Bergdorf Gordes, den unweit gelegenen Ort Roussillon und das von Fliederfeldern umgebene Kloster Sénanque. 

Anschließend heißt es für uns, in Richtung Heimat aufzubrechen. 

Erster Roadtrip mit Van – Ein Fazit

Wir haben jeden Moment genossen. Die Zeit zu zweit, die Zeit in der Natur, die Zeit mit unserem Bus. Die Freiheit und die Spontaneität des rollenden Zuhauses ist einfach unbezahlbar. All die Mühe, die wir monatelang in Willi gesteckt haben, hat sich bezahlt gemacht.

Wir lieben es, in unserem eigenen Bett mit Blick aufs Meer aufzuwachen, wir lieben es, unter freiem Himmel Zähne zu putzen, wir lieben es, draußen zu kochen, zu essen und sogar zu spülen, wir lieben die Möglichkeit, immer dem Sonnenuntergang entgegenfahren zu können und wir lieben sogar das packen, räumen und ordnen, das im Vanlife so ziemlich jeden Tag mehrfach ansteht. Wir sind endlos glücklich mit der Entscheidung, die wir vor einem Jahr auf Weltreise getroffen haben. Vanlife, du hast unser Herz erobert!

by selectedjungle


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